In einem Interview von 1975 äusserte sich Birkhäuser über die fundamentale Wende in seinem Leben und künstlerischen Schaffen:
„Etwas durchkreuzte mich und zerstörte meine bewussten Ideale, konsequent über Jahre, bis ich so klein war, dass ich nachgab. Und ich gehorchte, noch bevor ich es begriff. Aus schierem Leiden gab ich nach. Erst später, mit den Jahren, konnte ich endlich den Sinn erkennen. Aber dieses Unbekannte in mir wusste den Sinn schon immer … Ich erlebte eine Macht in mir, die nicht ich war.“
Peter Birkhäuser war nicht nur ein ernster Mann oder gar gehorsam. Er besass Witz und konnte das Komisch-Menschliche auch an sich selbst immer erkennen. „Ich bin der Dorfschmierer von Binningen“ bezeichnete er sich manchmal scherzhaft. Doch Ernst kam auf und immer auch das Gefühl von Furcht, wenn Peter Birkhäuser von dem Unbekannten erzählte, das an seine Türe kam und Einlass verlangte. Ein Traum von 1956: „Der Jäger in grünem Kleide kam und ging mit festen Schritten auf die Türe meiner Werkstatt zu. Er ist ein grosser, martialischer Mann mit einem Gewehr. Ich hatte sein Porträt in Arbeit, und er schien auf dessen Fortsetzung zu dringen.“ Marie-Louise von Franz reagierte darauf: „Natürlich ist der grüne Jäger Wotan! Er besteht darauf, dargestellt zu werden.“
Peter Birkhäuser war kein Held und verlor nie seine Menschlichkeit. Sein Werk ist ein Experiment mit dem Unbekannten geworden, das sich mehr und mehr auf seinen Leinwänden auskristallisierte und zur Seelennahrung wurde. Das Besondere an diesem opus ist, dass dabei Sinn entstand, dass der drängende Geist sein Licht erst durch den Menschen, der ihm zum Gefäss wurde, zeigen konnte.
Im Seminar stelle ich einzelne Werke von Peter Birkhäuser vor, welche die Wichtigkeit des Menschen als Gegenüber des Grösseren zum Inhalt haben. Im gemeinsamen Gespräch vertiefen wir das Verständnis und versuchen Brücken zu eigenen Erfahrungen zu schlagen.